Der systemisch-konstruktivistische Ansatz, nach dem ich arbeite, betrachtet das Fühlen, Denken und Verhalten des Einzelnen immer in seinem Zusammenhang. Gemeint ist damit die soziale Umgebung, in die jeder während unterschiedlicher Lebensabschnitte eingebunden ist oder war und den Wechselwirkungen, die sich daraus ergeben. Wir sind soziale Wesen und jeder von uns ist von ganz eigenen Gefühlen, Bedürfnissen und Lebensstrategien geprägt. Diese bringen wir in unsere Beziehungen ein und dort begegnen sie den Gefühlen, Bedürfnissen und Lebensstrategien der anderen. In diesem Zusammentreffen hat sich unsere Wahrnehmung entwickelt und hier ist der Großteil unserer emotionalen Welt entstanden. Jeder hat sich in seinem Leben und in den Beziehungen mit anderen „eingerichtet“. Die Chancen und Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben haben, sind nicht willkürlich passiert, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Jeder von uns gestaltet – bewusst oder unbewusst – Beziehungen und sein Leben nach den Erfahrungen die er „kennt“. Der Vorteil dieses Ansatzes ist: wenn einem klar wird, wie man sein eigenes System mitgestaltet, kann man gezielt auf dessen Verbesserung Einfluss nehmen.