Die Ansatzpunkte

Die Veränderung eingefahrener Lebensmuster findet nur statt, wenn wir bereit sind uns ehrlich zu hinterfragen. Im Guten wie im weniger Glücklichen. Dafür empfiehlt sich eine achtsame Vorgehensweise, die in meiner Arbeit auf folgenden Ansatzpunkten basiert.

Verstehen

Fühlen

Wertschätzen

Trainieren

Ankommen

Verstehen

Wer sich nicht kennt, befindet sich im Blindflug durch sein Leben. Um besser navigieren zu können, ist es wichtig die eigene emotionale Entwicklung zu verstehen. Vor allem geht es darum, die Wahrnehmungsmuster und Verhaltensstrategien zu erkennen, die wir im Laufe der Zeit gelernt haben und mit denen wir unser Leben gestalten. Vieles ist uns dabei gut gelungen. Ich halte das ressourcenorientierte Erfassen der eigenen emotionalen „DNA“ für die entscheidende Basis in nachhaltigen Entwicklungsprozessen. Zudem befähigt Wissen und jeder profitiert davon, sein eigener, unabhängiger Experte zu sein.

Fühlen

Wissen ist ein erster Schritt. Die eigentliche Herausforderung ist die Sache mit den Gefühlen. Schließlich sprechen wir von Gefühlen, die darunter liegen. Von einem nicht mehr Davonlaufen. Das ist keine Phase des Prozesses, in die man sich einfach hineinstürzt. Weil Gefühle hochkommen, die keinen Spaß machen, aber gerade deswegen wichtig sind. Schließlich prägen sie uns, auch wenn wir meinen es nicht zu merken. Es ist wichtig zu verstehen, dass ein Großteil der Schwierigkeiten mit uns selbst und anderen entsteht, weil wir unsere Verletzlichkeit schützen. Die meisten tun das, indem sie sich innerlich verstecken und versuchen bestimmte Gefühle zu umgehen. Das ist auf Dauer anstrengend und vor allem führt es in eine Sackgasse. Der Weg hinaus ist anspruchsvoll. Aber er lohnt sich.

Wertschätzen

Was man nicht lieb hat, wird man nicht schützen. Auf diesen einfachen Nenner kann man die hohe Relevanz von Selbstwertgefühl bringen. Es ist wichtig, sich selber wertzuschätzen und angemessen für sich einzustehen. Nur so können wir unser Leben erfüllend gestalten, gute Beziehungen führen und bei Kräften bleiben. Das kann viel Umstellung bedeuten, denn die meisten von uns haben ein eher durchwachsenes Verhältnis zum eigenen Wert. An dieser Stelle für mehr Zuwendung zu sorgen, ist der Ausgangspunkt für vieles andere.

Trainieren

Neue Wege entstehen, indem man sie geht. Oder etwas profaner gesagt: von nix kommt nix. Was auch immer im Kopf und Herzen neu erfasst wird, es braucht Übung damit aus Verstehen nachhaltige Veränderung wird. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen eindeutig, dass wir lernen können, unser Fühlen zu verändern, indem wir unsere Wahrnehmungsmuster „überarbeiten“. Das hört sich leichter an als es ist, denn dazu muss die natürliche Negativitätstendenz des Gehirns umgangen werden. Das passiert nicht von heute auf morgen und es braucht dafür Disziplin und Durchhaltevermögen. Im Ergebnis erlernt man, sich in emotional herausfordernden Situationen selber zu stabilisieren. 

Ankommen

Wir leben in unruhigen Zeiten und einer emotional desorientierten Gesellschaft. Das Empfinden von Stabilität ist rar geworden. Ein sicherer Hafen ist von entscheidender Bedeutung, um Halt und Geborgenheit zu empfinden. Beides findet man am besten bei sich. Hier gut aufgehoben zu sein, gibt uns einen verlässlichen Bezugspunkt und verhindert, dass wir emotional zum Spielball äußerer Geschehnisse und Beziehungen werden. Ich empfinde die innere Beheimatung, also das Ankommen bei sich selbst, als das eigentliche Ziel von Entwicklung. Gleichzeitig bleibt sie die stetige Herausforderung auf dem Weg, denn dieses Empfinden ist nicht immer stabil. Die gute Nachricht ist: für wen innere Beheimatung einmal nachhaltig spürbar war, der findet in diese Stabilität zurück.